Mit dunklen, atmosphärischen Klaviertönen beginnt „Crimson“, zu Deutsch, „Blutrot“, das mittlerweile fünfte Album der Band. Dass der Weg des Trios aus Chicago in die dunkle und abgründige Ecke zeigt, bewies schon ihr letztes Album, „Good Mourning“, mit dem sie sozusagen das „Gothic-Emo“ initiierten, zusammen mit Band wie vielleicht AFI oder My Chemical Romance. „Crimson“ geht diesen Weg konstant weiter. Musikalisch ist es wohl das mit Abstand reifste und gleichzeitig ambitionierteste Album der Band. Alkaline Trio haben ihren Stil perfektioniert und ihre eigene Nische im Punk/Emo Bereich gefunden und machen sich mit diesem Album auf, selbst stilprägend für dieses Genre zu werden. Die Band bewegt sich hier irgendwo zwischen melodischem Punkrock, Emo und ein wenig Pop, unterlegt durch die düstere und bedrohlich wirkende „Gothic“-Atmosphäre, die sich wie ein (blut)roter Faden durch die dreizehn Songs des Albums zieht. Im Vergleich zu früheren Alben ist „Crimson“ vielfältiger geworden. Es finden sich zwar immer noch die schnellen, Alkaline Trio typischen Punksongs wie in Anfangstagen der Band, diese treten jedoch zugunsten einer größeren Komplexität in den Hintergrund, bestes Beispiel, die fast schon episch klingenden „Sadie“ und „Prevent this Tragedy“. Über allem tönt die unglaublich schöne Stimme Matt Skibas. Allerdings übernimmt auch mal, öfters als auf vorherigen Alben, Bassist Dan Adriano die Leadvocals, was der Band sehr gut zu Gesicht steht. Die Texte sind so dunkel und düster wie auf „Good Mourning“, doch sind es weniger Beziehungsgeschichten, die Tod und persönlichen Abgrund verursachen. Aber auch hier: die Texte passen perfekt zu ihrer musikalischen Untermalung („I got pages of dreams, they´re covered in piss“). Produziert wurde das Album einmal mehr von Jerry Finn, der schon für Jawbreaker, Blink-182 und Green Day verantwortlich war. Einzelne Highlights des Albums zu nennen, ist schlicht unmöglich. Man muss es sagen: die (bis jetzt) mit Abstand beste Punk/Emo Platte des Jahres 2005. Nur ganz knapp an der Höchstpunktzahl vorbei. Wertung 9/10.