Vor jedem Tom Waits Album kann man gespannt sein, wie er diesmal klingen wird. Und klar ist, wie der expressionistische 2002er Doppelschlag „Alice“ und „Blood Money“ klingt das neue in Zusammenarbeit mit seiner musikalischen Begleiterin Kathleen Brennan entstandene Werk nicht. Aber es klingt wieder wie Tom Waits. Der Sound ist offener geworden, vielseitiger, multiinstrumentalisierter Blues, der jedoch immer noch düster ist. Waits nennt das „ cubist funk“, insgesamt ist mehr Rhythmus im Spiel, was freilich nichts mit Eingängigkeit zu tun hat. Das Album mit seinen 16 Tracks stampft und bricht vor sich hin, um stets alles Konforme zu meiden, und doch hat Waits dies schon eleganter gelöst. „Real Gone“ ist zweifelsohne ein vorzügliches Album, den Druck und die Energie der Vorgänger lässt es jedoch etwas vermissen. Schlimm ist das nicht, da es dagegen mit hohem Variantenreichtum glänzt. Wertung 8/10.