Mit The Traceelords signt Roadrunner die erste deutsche Band seit zehn Jahren, und dazu machen die Hagener Jungs noch nicht mal New Metal, wie man es von dem Label (u.a. Slipknot, Soulfly, Nickelback) gewohnt ist, sondern dreckigen Oldschool Punk’n’Roll. An Trends hat sich das Quartett nach Aussage von Sänger Andy Brings noch nie orientiert, dennoch ist der Retro-Rock’n’Roll gerade wieder im Trend, nun gut, das gleiche Publikum wie bei den New Metal Kollegen wird wohl trotzdem nicht bei den Konzerten zu erwarten sein. Dafür lassen es die Traceelords auch mal soft angehen, „Urinelove“ z.B. verwöhnt mit süßem Gesang und poppigen Refrains. Auch Liebessongs sind zu finden, „I Need Love“ verrät schon im Titel um was es hier geht. Als Zugabe gibt es dann stadiontauglichen Rock in Form von „In Your Face“. Das macht schon klar, Abwechslung ist in den gut 40 Minuten garantiert, und wer jetzt Angst hat, der ‚“Kick Ass“ fehle völlig, sei beruhigt, der Großteil des Albums liefert den angekündigten Punk und Rock’n’Roll. Dennoch wird der waschechte Schweinerocker hier nicht seinen Spaß haben, die 13 Songs sind glatt poliert und anstelle von Schlammschlachten spielen The Traceelords lieber mit vielfältigen Instrumenten. Vielleicht auch deshalb das „Refuses To“ im Titel. Jedenfalls hat die Band hier ein interessantes Album abgeliefert, mal sehen ob eher die Schweden-Rotzer, die Avril-Ladies oder die 60-jährigen Bon Jovi’s was damit anfangen können. Wertung 6/10.