Viele Jahre ist es her dass Prodigy Electronic-Szene und Rock-Festivals beherrschten. Comebacks gelingen nur selten. 7 Jahre nach „Firestarter“ bringt Liam Howlett im Juli 2002 „Baby's Got A Temper“ raus, das reichte aber nicht um sich wieder neu ins Gespräch zu bringen. Das sieht jetzt zwei Jahre später anders aus, Prodigy haben ihren Sound neu definiert, nicht runderneuert aber doch erheblich weiterentwickelt. Dabei geht es noch altbekannt los, der Opener „Spitfire“ bietet die typischen aggressiven Prodigy Beats und ungefilterte Vocals. Das Bild ändert sich aber schnell, auf „Girls“ stellen sich die ersten Gäste vor, die Ping Pong Bitches. Gäste dominieren das Album sowieso, trotzdem sind aber Keith und Maxim noch offizieller Teil der Band. So unterschiedlich wie die Gäste, von Princess Superstar, Kool Keith, Twista, Liam und Noel Gallagher bis hin zu Juliette Lewis, entwickelt sich auch der Sound. Experimentell, leichter Electro, Pop, die Bandbreite ist groß und oftmals erinnern die Songs kaum noch an Prodigy – hart ist es trotzdem noch. Alte Fans werden deshalb bei „ Always Outnumbered Never Outgunned“ kaum auf ihre Kosten kommen. Mutig und nach vorne zeigend sind die 12 Songs allemal, ein eigener Sound und intelligente Arrangements, das reicht nicht um ganz an alte (kommerzielle) Erfolge anzuknüpfen, bringt Prodigy aber wieder ins Gespräch. Wertung 9/10.