Die Sugababes haben es einst vorgemacht wie man als Girlgroup auch musikalisch anerkannt sein kann. Mit dem UK Garage des ersten Albums „One Touch“ setzten sie einen Trend. Heute sind die Sugababes viel braver, und scheinbar haben sich die ebenfalls aus England stammenden The 411 leider eher von dieser neuen Epoche beeinflussen lassen. Dabei klingt der Anfang des Albums von Carolyn (19), Suzie (22), Tanya (22) und Tisha (19) noch sehr ambitioniert, „On My Knees“ mit Ghostface Killah und Sample „That Ain't My Style“ von Main Ingredient ist so fresh wie man es sich erhofft hat. Der gesprochene The 411 Gesang, ist dass, was die vier Mädels herausragen lässt. Das geht auch noch auf der souligen R'n'B Nummer „Teardrops“ oder „China Girl“ auf, wird danach aber viel zu oft dem Zwang des Kommerzes unterworfen. Musikalisch hat das Album zwar jede Menge Glanzpunkte zu bieten, die Geistesblitzes der Produktion beschränken sich aber immer nur auf einzelne Passagen, der ganze Song weiß selten restlos zu überzeugen. Das Dilemma zeigt sich an „What If I Was You?", geschrieben von US-Starsongschreiberin Dianne Warren (Celine Dion, Whitney Houston). Zu deutlich wird hier, eine Ballade muss her, koste es was es wolle, dabei wäre schon ein Song dieser Sorte „Can't Fight Love“ zu viel gewesen. Noch mehr Mut hätte „Between The Sheets“ gut getan, aber auch so stechen The 411 immerhin aus dem Einheitsbrei heraus. Wertung 6/10.