Ob Sum 41 sich den Termin für ihr neues Album gut überlegt haben? Kurz nach dem Comeback von Green Day und dem neuen Silberling von Good Charlotte dürften die meisten Punkrock Kids ihr Taschengeld schon ausgegeben haben. Aber schon auf dem letzten Album „Does it look infected?“ wollten sich Deryck und seine drei Kollegen vom Teenie-Image lösen – nicht ganz ohne Erfolg. Das Songwriting wurde anspruchsvoller, härter und knackig rockend. So überrascht „Chuck“, das dritte Major-Album der Band, jetzt auch nicht mehr ganz so sehr, die Amis zeigen sich erwachsener, nachdenklicher, aggressiver, sie präsentieren ein ganz anderes Gesicht. Ist der erste Song „No Reason“ noch eine klassische Punkrock-Nummer nach dem Sum 41 Rezept, so zeigt die Single „We're All To Blame“ schon andere Seiten, der Refrain ist soft und strömt mit Indie-Pop Elementen aus den Boxen. Musikalisch vielseitig geht es weiter, „Angels With Dirty Faces“ erinnert an Bands aus dem New Rock Sektor. Weiter geht's dann mit Brit-Pop „Some Say“. Es wird allerdings nicht nur weicher auf „Chuck“, sondern es wird auch immer mal wieder im Hardcore-Stil rein gedrescht. Auf richtige Punkrock-Hymnen wie „Open Your Eyes“ muss man also auch nicht verzichten. 13 Songs hat man da am Ende und keiner wie der andere. Sum 41 haben Absprung zu einer richtigen Band jetzt endgültig geschafft. Es ist nur fraglich ob sich das für sie auch finanziell auszahlt. Wertung 8/10.