Sertab Erener ist es zu verdanken, dass der Eurovision Song Contest, wie der Grand Prix De La Chanson neuerdings heißt, dieses Jahr in Istanbul stattfindet. Pünktlich zu diesem Ereignis kommt die erfolgreiche Sängerin mit einem neuen Album, 2,5 Millionen hat sie bereit verkauft. Heimische Einflüsse sind auf dem Werk der 40-jährigen Sertab, die bereits mit José Carreras oder Ricky Martin zusammengearbeitet hat, noch zu finden, vieles auf „No Boundaries“ wird aber von „modernem“ Pop und Dance überlagert. Wer Spaß an massentauglicher Unterhaltungsmusik hat, die tanzbar sein soll und von der „türkischen Cher“ vorgetragen wird, wird mit den 12 Songs sicher seine Freude haben. Mehr als das Prädikat „ganz nett“ kann man dem Ganzen aber nicht verleihen, mögen Produktion und Gesangsperformance auch überzeugend sein, Britney Spears Songs von einer 40-Jährigen sind das gar nicht. Westliche Hörer werden sowieso mit den für den westlichen Zeitgeist altbackenen Dance-Beats wenig anfangen können. Wer diese Peinlichkeiten nicht scheut wird gut unterhalten. Wertung 5/10.