Warum eine überarbeitete, dass heißt eine neu gemixte und um vier Songs erweiterte, Version des 2003er Albums „Disclaimer“ erscheinen musste, wissen wohl die Marketingstrategen. Fakt ist jedenfalls, dass das amerikanische Quartett, ursprünglich aus Südafrika stammend, in der letzten Zeit ordentlich gepusht wurde, man trug etwas zum „The Punisher“ Soundtrack bei, machte eine Single mit Evanescene Girlie Amy Lee „Broken“ und durfte das Rock am Ring Festival bei uns spielen. Abgemischt wurde „Disclaimer II“ von Bob Marlette (Black Sabbath, Alice Cooper), da fragt man sich ob Jay Baumgardner (Korn, Sugar Ray, Limp Bizkit) bei der ersten Version einen so schlechten Job gemacht hat? Jedenfalls ist ein typisch amerkanisches College-Alternative-Rock Album im Stile von Nickelback und Creed gelungen, das niemanden weh tut. Ein schöner warmer Sound, stets gleich gestricktes Songwriting und ein Sänger mit einer Prise Charisma in der Stimme, damit haben Seether eine große Karriere als Support-Act vor sich, weil die Nickelbacks und 3 Doors Down genau wissen, dass ihnen das nicht gefährlich werden kann. Alles in allem nicht schlecht, aber eben keine Weltklasse. Die Langeweile spielt hier mit. Wertung 6/10.