Was für ein Brett! Die fünf Jungs von „paint the town red“ stammen in ihrer aktuellen Besetzung aus Karlsruhe und München und bestehen ursprünglich seit 2001. Die Mitglieder sind allesamt keine Neulinge in der Szene und teilweise schon über ein Jahrzehnt mit von der Partie. PTTR tourten in der Vergangenheit schon mit solch namhaften Amibands wie etwa Converge, Darkest Hour, Avail, boy sets fire, the promise, Nine, den famosen give up the ghost und einigen anderen mehr. Nach ihrem großartigen Debüt „Last gang in town“, legen die Süddeutschen hier noch einmal eine ganze Schippe Wut nach. Hier wird nicht im Kielwasser eines Trends geschwommen, geschweige denn sich momentan angesagter Stilmittel bedient, sondern einfach nur schwer nach vorne gespielt. Obwohl sich PTTR selber nicht als politische Band sehen, drehen sich ihre Songs doch thematisch vorrangig um heutige gesellschaftliche und moralische Missstände. Das ganze Album ist ein Aufruf seinen Arsch hochzukriegen, etwas zu unternehmen und Aufzustehen für die Verlorenen, Unterdrückten und Unterprivilegierten aller Länder. Vom Sound her klingt die Platte, wohl auch dank der Unterstützung von Nanouk (Costas Cake House) an den Drums, wie etwa die alten Platten von American Nightmare oder eine abgefucktere Version von Bane. Schon der erste Track der Platte „personally to the white house and all the way back to the reichstag“ sorgt fast unvermeidlich dafür seine Faust in die Höhe zu strecken, „Revolution“ zu brüllen und seinen Kopf gegen die Wand zu hauen. Auch das Cover und das Booklet (mit allen Texten) sind echt gut geworden – unaufdringlich und doch sehr präsent. Alles in allem eine sehr runde Sache und zweifellos eine Kaufempfehlung. In einer Zeit in der Hardcore immer mehr zu einer aussagelosen Modeerscheinung verkommt, bündeln PTTR eine geballte Ladung Intensität, Aggression und Wut zu 13 Songs, die unmissverständlich zu verstehen geben, das man es hier mit Überzeugung statt mit Fashion zu tun hat. Wertung 8/10.