Der Ruhm von Chicago ist längst verblasst, die Stadt verlassen, der Dreck geblieben. Nichts desto trotz zog Meaty Ogre, Drummer und Producer, 1998 nach Chicago. Dass er nicht in einer glänzenden HipHop Metropole mit Rappern, die mehrere Villen ihr eigen nennen, wohnt, hört man an seinem ersten Produceralbum. Meaty kommt aus der HipHop Szene, arbeitet mir Rappern zusammen, dennoch ist man sich bei dem Werk nicht so sicher, ob das wirklich HipHop ist oder sein soll. Experimentell, elektronisch, avantgardistisch, dunkel, atmosphärisch, expressionistisch, das sind alles Beschreibungen die auf „Leo Vs Pisces“ passen. Das erinnert im Gesamten an DJ Shadow und in Teilen an Tom Waits. Gerappt wird auf knapp der Hälfte der Stücke, Namen wie Robust, Offwhyte, Denizen Kane, Rift Napalm oder Mestizo dürften aber bei uns kaum bekannt sein. Herauszuheben ist der Track „Orion’s right Shoulder“ featuring Qwel, ein richtiger Burner mit markerschütternden Bläsern. 20 Tracks sind insgesamt zusammenkommen, alle anders als man es aus der HipHop Szene gewohnt ist. Wer bereit ist, sich auf etwas anderes einzulassen, wird hier reichhaltig belohnt. Wertung 8/10.