Wer dachte Max Herre würde auf seinem ersten Soloalbum vollständig zum Reggae umschwenken hat sich getäuscht. Trotz Auftritten wie auf dem Summerjam liefert uns der Freundeskreis Mastermind nach wie vor HipHop, dazu Soul und Rock. „Zu elektrisch“ heißt die erste Single, der Name ist Programm, es wird elektrisierend gerockt, die Raps setzen auf Angriff. Der Rest des Albums wirkt da wesentlich ausgeglichener und wird die Herzen der Mädels höher schlagen lassen. So „1ste Liebe“ mit seiner Frau Joy Denalane, dass seine Liebessongs nicht im geringsten peinlich sind hat Max in der Vergangenheit ja schon oft bewiesen. Zurück in die Vergangenheit geht auch „Anna ´04“, sozusagen ein Update für den Hit, acht Jahre später ist vieles anders. Dass er Ex-Stuttgarter ist und jetzt in Berlin lebt wird auch klar, „King vom Prenzlauer Berg“. Wer sich dann noch wundert dass ein Song nach Selig klingt, Jan Plewka ist auf „Alter Weg“ mit von der Partie. 13 Songs insgesamt ergeben ein äußerst vielseitiges Album, das trotzdem nicht beliebig klingt. Mit roughem Sound und trotzdem zart, reif und trotzdem frisch klingend, Max Herre wird hier niemanden enttäuschen. Wertung 9/10.