Die Karriere der Lostprophets schien irgendwie in einer Sackgasse zu verlaufen. Das Debüt „The Fake Sound Of Progress“ war zwar ein Geheimtipp, zündete aber nicht. Der Zug schien für die sechs Waliser abgefahren. Erfolg hatten sie war in England mit guten Plattenverkäufen und einem Kerrang Award, auf’s europäische Festland konnte sich der Glanz jedoch nicht hinüberretten. Doch da kamen sie auf die Idee zu „Start Something“ und so sieht 2004 alles schon ganz anders aus. Producer Eric Valentine (Queens of the stoneage, Smash Mouth) hat die Band aus dem New Metal herausgeführt und verhilft dem neuen Album zu einem neuen, aufregenden Sound. Emotionalität siegt über Härte, aufwendige Arrangements überstimmen brachiale Riffs. Der Opener „We still kill the old way“, die sommerlichen Hits „Make a move“ und „Burn Burn”, die locker-leichten „All I Know Is Gone“ und „Last Summer“, alles präsentiert sich hier in einem neuen Gewandt. Was allerdings erstmal für Begeisterungsstürme sorgt, hat auch seine Schattenseiten. Alte Fans werden sich verprellt fühlen und mit dem Emo-Touch wenig anfangen können, und der Sound ist zwar schön geschliffen, aber manchen wird da auch viel zu viel weg geschliffen sein. Wie man dazu auch steht, mit „Start Something“ haben sich die Lostprophets aus der Bedeutungslosigkeit gespielt und werden in Zukunft noch so einiges von sich hören lassen. Wertung 8/10.