Angefangen hat Lingo 1994 zusammen mit Rhymin Simon, bekannt geworden ist er aber 1997 mit seiner Crew DNW, neben ihm Ben und Stroh. Die sind jetzt auch auf seinem ersten Solo-Album „Leben und leben lassen“ vertreten, das der Berliner Rapper in Eigenregie veröffentlicht. „Es geht nicht darum, mit dem Album deine Eltern zu schocken, oder deinen Homies in der Schule einen neuen dopen Rapper zu zeigen, es geht um etwas völlig anderes“ lässt Lingo am Anfang verlautbaren. Schnell merkt man, dass es hier auch nicht um Beats oder Rapstyle geht, hier geht’s einzig und allein um Texte und Wortwitz, und das beherrscht Lingo nun mal. Die Beats auf den 15 Tracks sind dagegen zu vernachlässigen, nur manchmal setzt das Hintergrund Gedudel Akzente. Ansonsten macht Lingo aber alles richtig, seine Battle Rhymes kicken. Die Qualität der Features ist dagegen sehr unterschiedlich, DJ Graffiti aus Detroit überzeugt auf „Ace Deuce“, Rhymin Simon aber enttäuscht auf ganzer Linie auf „Es tut mir leid“. Auch Lingo treibt den Berlin Battle nach vorne, mehr als ein solides Album ist ihm aber nicht gelungen. Wertung 6/10.