James Last hatte sich seine ganze Karriere lang hinter dem weißen Anzug versteckt, erst jetzt kommt sein wahres Gesicht hervor, er im weiten Land mit Cowboy-Hut. Ob man das glauben soll oder nicht, auf dem neuen Album „They call me Hansi“ (bezogen auf seinen richtigen Namen Hans Last) zeigt er in der Tat eine neue Seite. Hatte er in der Vergangenheit schon mit Fettes Brot zusammengearbeitet, so präsentiert er jetzt ein ganzes Album mit HipHop, Pop, Jazz und Klassikkünstlern. Highlight dabei ist sicher das Theme aus Kill Bill 1, das hier unter dem Namen „The Lonely Shepherd 2004“ gastiert und mit Raps von RZA aufwartet. Ansonsten sind auffällig viele deutsche Künstler dabei, Jan Delay mit einem Sample von „Fantasy“, Herbert Grönemeyer englisch singend, Xavier Naidoo, Nina Hagen und Jazzer Till Brönner. Dazu kommen Tom Jones, die neuseeländische Sängerin Hayley Westenra und Pavarotti, der sich an Caruso versucht. Zum Abschluss gibt es Elvis Presley mit „Fool“ im Original, die Idee für den Song stammte einst von James Last. Insgesamt macht das nur zehn Songs. Leider weiß dabei auch nicht alles zu überzeugen, weder Tom Jones noch Xavier Naidoo ragen mit ihren gesanglichen Leistungen heraus. Auch hinterlässt es einen etwas faden Beigeschmack, wenn ein Titel wie Hayley's „Across The Universe Of Time“ schon in einer sehr ähnlichen Version auf deren Album vertreten war. Ohne Frage ist „They call me Hansi“ ein interessantes Projekt des 75-jährigen Volks-Komponisten und -Dirigenten. Insgesamt fehlt es dem Album aber etwas an Profil. Konturen und Homogenität. Wertung 7/10.