Nachdem Heaven Shall Burn 2002 „Whatever It May Take“ abgeliefert haben gehören sie zu den Größen des deutschen und europäischen Hardcore und stehen ihren Freunden von Caliban in nichts mehr nach. Das neue Album „Antigone“ knüpft konsequent an den Vorgänger an und arbeitet die Stärken der Band, die in der Verknüpfung von Death Metal Elementen liegen, heraus. Die zehn Songs (plus Intro und Outro) gehen kompromisslos und noch härter zur Sache, Killer-Riffs, Double-Bass und Moshparts ergeben einen durchgehenden, undurchdringbaren Klangteppich. Mit „Antigone“ erlaubt sich das Quintett keine Schwächen, jedes Detail klingt perfekt abgestimmt, jede Sekunde berechnet. Fans der Band sicher freuen, jedoch geht diese Perfektion auch zu lasten der Dynamik, das Album wirkt starr und fest, für Experimente oder musikalische Ausflüge ist kein Platz. Das kann man als Nachteil sehen, muss man aber nicht, die meisten werden Heaven Shall Burn gerade dafür lieben, und gerade in dieser Hinsicht kommt momentan niemand an der Band vorbei. Keinesfalls jedoch sollte man diese Starrheit mit dem Begriff monoton gleichsetzen, die Songs überzeugen durch ihr Songwriting, das jede Menge Spannung aufbaut und höchst variabel ist, die Band kopiert sich hier nicht selber sondern versucht durchaus jedem Song eine eigene Note zu verpassen. Das ist sicherlich auch gelungen und „Antigone“ ist zu einem Manifest geworden. Wertung 9/10.