In Barcelona wohnt der Rapper Payo Malo, der mit „Equilibrio“ sein zweites Album abliefert. Mit seinem Flamenco-Style und dem andalusischen Akzent konnte er mit seinem Debüt „Con Tierra en los bolsillos“ bereits die Auszeichnung bester männlicher Rapper der Zeitschrift HipHop Nation ergattern. Erinnert der Opener des neuen Werkes, das komplett mit echten Instrumenten eingespielt wurde, noch an das, was wir unter Oldschool HipHop kennen und was bei uns Mitte der 90er gemacht wurde, so zeigt der zweite Song „Despierto y pierdo“ schon ganz andere Seiten von El Payo Malo. Dunkle Beats, Gitarre und der einfühlsame weibliche Gesang gehen unter die Haut und bilden einen Kontrast zu den eher harten Raps. Die insgesamt 18 Tracks zeigen sich ähnlich abwechslungsreich, man findet rough-inszenierte Scratcheinlagen, kompromisslose Rapparts, und musikalische, teils rockige Elemente mit Flamenco-Einflüssen. Somit hinterlässt El Payo Malo mit „Equilibrio“ eine gute Visitenkarte für den spanischen HipHop, in die man auch mal reinhören kann, wenn man kein Spanisch versteht. Wertung 8/10.