Mit ihrem letzten Album „The Look Of Love“ konnte Diana Krall noch große, auch kommerzielle, Erfolge verbuchen, Platin und Grammys inklusive, eine Erfolgstory die mit dem Werk „When I Look in Your Eyes“ begonnen hatte. Auf ihrem achten Album dreht sie sich direkt wieder davon ab und bringt weniger Mainstream-kompatiblen Jazz. Erstmals zeigt die 40-jährige in New York lebende Kanadierin auch eigene Kompositionen, die Hälfte der 12 Songs stammen aus ihrer Feder oder sind in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Elvis Costello entstanden, und präsentiert dabei gleichzeitig ihre persönliche Seite. Umgesetzt mit Gitarrist Anthony Wilson, Bassist Christian McBride und Drummer Jeff Hamilton, sowie durch die Produktion von Tommy LiPuma und den Sound von Al Schmitt, bleibt das Werk trotz aller Besinnlichkeit ein Album der Superlative. Glänzende Arrangements sind nur eine Sache die „The Girl In the Other Room“ auszeichnen, es ist auch die Tatsache, dass es Diana Krall zwischendurch immer wieder gelingt auszubrechen aus festen Strukturen und wie mit „Almost Blue“ Nummern zu inszenieren, die durch eine ungeheure Dynamik glänzen. Ansonsten trägt sie z.B. „Stop This World“ von Mose Allison, „Temptation“ aus der Feder von Tom Waits oder Joni Mitchell's „Black Crow“ vor, was ihr auch in gewohnter Kunst gelingt. Zurück bleibt ein überzeugendes Album mit außergewöhnlichen Qualitäten, teils sehr poppig, teils strikt Jazz-beladen. Wertung 8/10.