Delta Goodrem, australischer Superstar, die ihr Debütalbum „Innocent Eyes“ millionenfach verkaufte, hatte zumindest im Ausland wegen ihrer Krebserkrankung nie wirklich die Chance richtig durchzustarten. Jetzt ist sie wieder zurück und präsentiert ihr zweites Album, das direkt ein großes Fragzeichen aufwirft. Normalerweise haben Popalben ziemlich belanglose Namen, bei Delta sollte man den Titel jetzt ernst nehmen, will man nicht falschen Erwartungen aufsitzen. Das junge, unschuldige Mädel mit den süßen Popsongs gibt es nicht mehr, nicht nur optisch hat sich Delta jetzt gewandelt zu einer selbstbewussten Frau mit kurzen Haaren, auch musikalisch geht es düsterer zur Sache. Die Produktion der neuen 14 Songs ist allererste Sahne und internationaler Standard, Deltas Stimme gleitet noch perfekter durch alle Stimmlagen, Balladen sitzen sicher. Dazu ein Duett mit Ex-Westlife Sänger Brian McFadden, fertig ist die Pop-Welt. Die Songs kommen u.a. aus der Feder vom ehemaligen Robbie-Williams-Produzenten Guy Chambers, erstklassige Wertarbeit also. Aber genau hier liegt das Problem des neuen Albums, es ist austauschbar, es klingt wie jede internationale Popproduktion und Delta wie jede ausgezeichnete Sängerin. Das Debüt klang noch nicht so perfekt, aber es klang nach Delta Goodrem. Ob sich in einigen Jahren noch irgendjemand an „Mistaken Identity“ erinnern wird ist deshalb höchst fraglich. Die Frage nach der neuen Identität der 20-jährigen Sängerin beantwortet das Album nämlich nicht. Wertung 5/10.