Man mag eigentlich gar nicht hinhören, ein ehemaliger Boygroup-Sänger auf Solo-Wegen, das hat bisher nur bei einem funktioniert und der heißt Robbie. Nun versucht es der Westlife Sänger Brian McFadden und siehe da, der Überraschungseffekt steht auf seiner Seite. Wer sich auskennt, weiß zwar, dass auch Ronan Keating nach seiner Westlife Zeit noch ganz passable Erfolge verbucht, aber trotzdem hätte man von diesem Brian McFadden ein Album wie „Irish Son“ nicht erwartet. Gitarenpop, Songwriter-Style und Gänsehaut-Balladen, die 11 Songs ziehen alle Register. Der 24-Jährige trumpft mit seiner Stimme auf, zu mehr reicht es aber dann doch nicht. Die Songs stammen natürlich nicht aus seiner Feder (Guy Chambers, ehemaliger Robbie Williams Songwriter, schrieb die Hälfte der Stücke), Persönlichkeit muss man erst gar nicht suchen, alles ist radiotauglich weich gewaschen. Keine Frage, wir haben es mit einem schönen Album zu tun, „Irish Son“ ist mehr als man erwarten durfte, aber am Ende dann doch nicht genug. Wer nicht wagt gewinnt auch nicht. Gute Songwriter gibt es genug – da muss man nicht einem ehemaligen Westlife Star hinterher trauern der die Reste von Robbie Williams frisst. Wertung 5/10.