Wenn drei durchstartende HipHopper aus Berlin ihr
Debüt „Gemischte Gefühle“ nennen, dann ist
schon klar, dass man hier keinen Battlerap bekommt, wie es mittlerweile
scheinbar Standard in der Hauptstadt geworden ist. Die VerbaleInterPretation,
die seit 1996 durch die Lande ziehen, widmen sich sozialkritischen,
politischen und gefühlsbetonten Themen. Mit den weichen, runden
Beats erinnern sie damit stark an den Ruhrpott Style vergangener
Tage. Etan, Taleb und Caen haben ein äußerst interessantes
Debütalbum mit 16 Tracks hingelegt, auch wenn hier in Sachen
Produktion noch nicht alle Details überzeugen können.
Aber was wichtiger ist, der Rahmen stimmt und die Jungs haben was
zu erzählen. „Gemischte Gefühle“ schafft etwas,
was viele deutsche HipHop Alben nicht schaffen, es bewegt, es rührt
und reißt den Hörer mit. Und ohne jede Scheu und Verkrampftheit
wagen sich V.I.P. auch an Soul & R’n’B, die Rechnung
geht wie auf „365“ feat. Arrigo voll auf. Auch die anderen
Gäste wissen zu überzeugen, Bintia, Solomon, Veronica
und Bektas. Zwar ist dieses Album kein Meisterwerk in Sachen Skills,
aber es zeigt Gefühle, und das ist manchmal viel wichtiger.
Wertung 8/10.