Nach der Single „Melodien, Effekte & viel
Bass“, das die erste Note Street-Rap made in Cologne setzte,
folgt jetzt nach langer Zeit das Debüt-Album der Rapper Emek
und Axl, das wesentlich reifer daherkommt. Klar zeigen die Venturas
auch hier, wo sie herkommen, und liefern direkt auf „Gib es
auf“ harten Battle, aber das Album zeigt überraschend
viele und auch nicht so harte Seiten. So gibt es mit „Hasta
La Madrugada“ eine wunderschöne Sommerhymne, auch wenn
dieser schon vorbei ist. Gäste haben sich die Kölner nicht
zu knapp eingeladen, und die kommen nicht nur aus ihrem direkten
Umfeld. Die Spezializtz, Afrob und T.M.O. zeigen woher der Wind
weht. Ansonsten dürfen Die Üblichen Verdächtigen
öfters ran, Capkekz, Meckie Messer, Atze Stress und G-Style,
der sich mit Tomekks „Ganxtaville“ bislang allerdings
eher zur Witzfigur machte. Auf „Wie eine Hand“ versammelt
sich dann das Kölner Lacosamia Lager, Die Firma, Nesti, Giannia,
Scope und Rick Ski. Diese Vielfalt macht sich bemerkbar, „Leben
oder Hassen“ ist bestimmt kein schlechtes Debüt, aber
eine konsequente Linie fehlt, und gerade diese Konsequenz hätte
man eigentlich von den Venturas erwartet. Andere Kritikpunkte gibt
es dagegen nicht, die Raps sind tight, die Inhalte sind Ventura
und bei der Produktion merkt man die Lacosamia Nähe. So bieten
die 14 Tracks viel, so viel dass für jeden etwas dabei ist,
Power und Druck vermisst man aber. Und genau eben das hätte
ich halt hier gesucht. Wertung 6/10.