Vivid sollte man noch kennen. Sie waren groß
bevor die eigentliche Alternative-Rock Welle kam. Crossover nannte
man das damals auch. Davon ist Thom. aber weit entfernt. Aber immerhin
sitzt hier der gleiche Kopf hinter wie 11 Jahre bei Vivid: Thomas
Hanreich. Auf seinem Solo-Debüt macht er Songwriter-Pop, wenn
man das so nennen kann. Sein mächtigstes Instrument ist und
bleibt seine beeindruckende Stimme, der Rest des Albums lebt von
Soundcollage, vieles auf seinem eigenen Laptop zusammengebastelt,
manches auch von Björk-Produzent Valgeir Sigurdsson. Hoch hinaus
will er mit Thom. auf jeden Fall, das merkt man, nicht umsonst sind
Gerüchte über ein Projekt mit Paul Oakenfold im Umlauf.
Jedoch: „Gods and Monsters“ ist meist liebevoll gemacht,
überragende Klasse hat es aber nicht. Die Songs sind gemacht
für ruhige und nachdenkliche Stunden, das entschuldigt aber
nicht dass sie nur selten fesseln können. Dem ganzen Album
fehlt es etwas an Profil, 65 Minuten die schwammig ineinander überlaufen,
fehlende Substanz wird mit Soundwänden übertüncht.
Hanreichs Stimme kann so einiges hochhalten, ein ganzes Album aber
nicht. Wertung 5/10.