Drei Jahre ist es jetzt seit dem letzten Release
her, lässt man das Jubiläumsalbum außer Acht, und
wieder fragt man sich, wie Such a Surge uns diesmal überraschen
werden, so wie sie auch auf den letzten beiden Alben „Was
Besonderes“ und „Der Surge Effekt“ vieles anders
gemacht hatten, als man gedacht hätte. Bei „Rotlicht“
kommt aber alles anders, die fünf Musiker überraschen
uns höchstens dadurch, dass dieses neue Album so unspektakulär
ist. Keine Mega-Single, keine dicken Rap-Features, keine hippen
Ohrwürmer, keine MTV Power-Play Video Rotation, stattdessen
heißt es irgendwie wieder back to the roots. Ein roher, ungeschliffener
Sound, Songs ohne Firlefanz, eine deutliche Sprache dominieren das
neue Werk. Wären da nicht noch bestimmte Such a Surge typische
Melodien und die eingängigen Raps von Olli, so würde „Rotlicht“
fast mehr an ein noisiges Indie-Rock Album erinnern. 11 Songs, die
man nicht beim ersten Zuhören erfassen kann, 11 Songs denen
man sich längere Zeit widmen muss und die dafür auch nicht
so schnell uninteressant werden. Die „flachen“ Aussagen
von „Under Pressure“ wurden sozusagen in komplexe Phrasen
transponiert. Wer hier jedoch eine Surge Hüpf-Platte erwartet
ist genau so falsch wie derjenige, der an Hardcore-Punk wie bei
Pain in the ass denkt. „Rotlicht“ ist im Grunde doch
100 Prozent Such a Surge und damit zwar nicht das beste Album in
der über 10jährigen Karriere der Band, aber bestimmt auch
nicht das schlechteste. Wertung 8/10.