Mit Sean Paul dürfte Reggae & Dancehall
endgültig Einzug in internationalen Hitparaden finden. Und
diese stürmt der Jamaikaner fast über Nacht. War er bisher
in seiner Heimat und auf den unzählbaren Compilations nur einer
von vielen, so scheint er jetzt den Ton anzugeben. Dass ihm dafür
kein Geld fehlt merkt man an den Produktionen auf seinem Album „Dutty
Rock“. Und diese werden dir auf jeden Fall den Kopf wegblasen,
die Beats explodieren geradezu. Beenie Man muss jetzt nicht mehr
alleine an der Dancehall Front kämpfen. Trotzdem ist der Erfolg
von Sean Paul mehr als verwunderlich, und die weltweite Verbreitung
des Albums kam auch nur durch einen Deal zwischen dem kleinen Heimat-Label
VP Records und Mega-Major Atlantic zustande. Nun kennt jeder „Gimme
The Light“, was mich noch mehr wundert, denn schließlich
ist dies weder der beste noch der eigenständigste Song des
27-Jährigen. Die prallgefüllte CD mit 22 Tracks und 75
Minuten hat weitaus mehr zu bieten als diesen „Mega-Smasher“.
Ob „Shout (Street Respect)“, „Get Busy“,
„I’m Still in Love With You Boy“, „Punkie“,
„Bubble“ oder „Esa Loca“, diese Tracks werden
die Dancefloors burnen. Ryhmes und Sounds kicken einfach. Dass Sean
Paul viele Connection zur HipHop Szene in den Staaten hat, die letztendlich
an seinem Durchbruch nicht ganz unbeteiligt war, hört man auch
auf einigen Songs. Rahzel, Busta Rhymes und Tony Touch sind mit
von der Partie. Daneben sind u.a. Chico und Ce’Cile vertreten.
Produziert wurde das Album von Jeremy Harding, der schon seit einigen
Jahren mit Sean zusammenarbeitet. Der wohl wichtigste Schritt für
den endgültigen Durchbruch von Dancehall, wenn auch nicht in
qualitativer Hinsicht. Wertung 7/10.