Sabs ist wieder da und so wirklich weg war sie doch nie. Vergessen wir die erste neue Single „Ich bin so“, jetzt geht es um das Album. Gerechnet hatte ich damit nicht mehr, Sabrina Setlur hatte doch eigentlich schon alles erreicht und ich hatte den Eindruck, sie hätte sich wie 3p Boss Moses P. aus dem Geschäft auf der Bühne zurückgezogen. Nach wie vor ist sie die Female-MC Number One in Deutschland, was natürlich auch den Grund hat, dass nach dem absterbenden Deutsch-HipHop Boom keine Kollegin mehr die Chance hatte, ranzukommen. Irgendwie dachte ich auch, sie wäre jetzt mehr die Business Frau, die, die ihre Zukunft im Fernsehen sucht und die Fäden im Hintergrund zieht. Das sieht sie anders, und irgendwie verstehe ich deshalb ihr „Comeback“ Album nicht so ganz, und erst Recht nicht die Single. Keine Frage gehören aber auch vielleicht deshalb die ruhigen Momente zu den stärksten des Albums, wie „Mein Herz“ oder „Liebe“ featuring der 3p Labelmates Glashaus und Franziska. Sabrina Setlur hat ihre stärksten Jahre – in Bezug auf Rap - hinter sich, vorbei die Rödelheim Zeiten, etwas neues bietet sie heute nicht. Und wenn immer sie dann im alten Stil mit harten Raps frontet – die Message will nicht so recht ankommen, wer saß denn in der Popstars Jury? In Sachen Beats und Produktion lässt das Album nichts an sich ran, hier hat 3p seine geballte Power aufgeboten, und das hört man. Setlur ist heute eine Business Frau, die weiß was sie kann und was sie will. Und auch wenn sie sich auf den 18 neuen Tracks technisch perfekt gibt, täuscht das nicht darüber hinweg, dass sie nicht mehr die Rapperin ist, die sie mal war. Überraschungen sucht man so auf „Sabs“ vergeben. Es ist kein Album, das noch etwas bewegen wird. Es ist ein Album, das weiß was es will und wo das Ziel liegt, und diesen Weg zieht es straight durch ohne nach links oder rechts zu gucken. Man kann das würdigen, aber auch enttäuscht sein. Wertung 7/10.