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Rhymin Simon - Egoboost (Review 1)
Royalbunker VÖ: 08.12.2003

Lange ist es her. Schon fast 2 Jahre um genau zu sein. Zu dieser Zeit kam auf Royalbunker Rhymin Simons neues Tape S.O.S (Siegen oder Sterben) raus, genau zur Glanzzeit des sog. „Berlin Hypes“. Nach all der Zeit war es auch mal wieder Zeit für neuen Stuff, dass dachte sich wohl auch der Herr Interpret und brachte so am 5. Dezember sein neues Werk „Egoboost“ auf den Markt. Diesmal als CD. Nicht mehr ganz so „Untergrund“ und sogar richtig gemastert und gepresst, liegt das neue Royal Bunker Release vor mir. Das S.O.S hatte ich schon damals rauf und runter gehört und somit war auch mein Anspruch nach 2 Jahren recht hoch was die Produktion betraf. Das erste was mir auffiel, in jedem Tracknamen ist mindestens einmal das Wort Bitch enthalten und das zweitens, sein Style immer noch derselbe ist. Und das ist gut so, denn zu 90% wird auf dem Tape erzählt wie man Schlampen fickt, schlechte MCs battled und am besten rumhängt. Dies alles natürlich nicht alleine, weswegen man sich Features holt. Namentlich wären hier zu nennen: King Orgasmus, Sha-Karl, Plätter Pi, Phat Frank und Milos. Man könnte jetzt sagen das Tracks wie „Btch One Bitch two“, „Huansohn (bitch remix) oder „Always Fucking Bitches“, allesamt schon mal da gewesen sind und auch inhaltlich nichts neues bieten. STIMMT SOGAR! Aber das ist völlig egal, denn der Mann hat das was anderen Rappern fehlt, nämlich einen großen Wortschatz und ist rhetorisch verdammt gut versiert. Beispiel: „Rap ist verklemmt wie ein Schloss, doch Rhymin Simon ist der Dietrich/Du willst mit Hip Hop flirten aber Hip Hop übersieht dich/Hip Hop ist wie Krieg/Ich bin back wie Terminator.“ Oder: „Rhymin Simon kommt in jede Möse rein wie ein talentierter Hacker.“ Aufgrund genau solcher Sätze macht das Anhören Spaß, bei jedem Durchhören findet man neue frauenfeindliche Machosprüche, mit denen schon S.O.S sich herausheben konnte. Besonders der Track mit King Orgsamus, „Lasst uns chillen Schlampen“ ist überaus unterhaltenswert, da beide sexistisch bis aufs Messer sind und darüber hinaus ihren ganz eigen speziellen Humor in ihren Raps haben. Dazu der Beat mit einem Sample aus einem Bud Spencer Film, der auf jeden Fall sehr gechillt ist. Der Disstrack gegen Dejavu „Zwei dumme Hamburg bitches“ ist allerdings ziemlich schlecht, als Antwort auf deren Track S.A.R.S (Super Asi Rhymin Simon), den die Jungs auf irgendeine Aktion von ihm recordet haben. Als Fazit lässt sich nur sagen, dass diese Platte ein MUSS ist, egal ob man den Mann mag oder nicht und egal ob man Battle und Sexrap mag oder nicht. Das schlechte sind nur die Beats, die fast alle monoton und langweilig klingen und sich auch nicht wirklich einprägen können. Mit mehr musikalischem Feingefühl hätte man da einiges rausholen können. Trotz alledem hat der Junge was im Kopf und macht nicht umsonst seinen Doktor in Chemie, obwohl er jedem erzählt, er hätte nur einen Realschulabschluss. Die Raps sind auf jeden Fall besser durchdacht als die eines 20-jährigen 0815-Rappers aus Berlin oder anderswo in Deutschland, die es zu Tausenden gibt. Der Mann kann was und das merkt man und er beweist es mit dieser Platte zum drittenmal. Wertung 8/10.

Autor:
Clemens S.

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