Metallica –
St. Anger
Islandmercury VÖ: 05.06.2003
Da ist es endlich, das langerwartete neue Metallica
Album, und das erste seit 1997 das wirklich neu ist und wirklich
rockt. So hart wie hier haben sich Metallica lange nicht mehr präsentiert
und manch Fan der letzten sechs Jahre könnte sich so vor den
Kopf gestoßen fühlen. Überhaupt gab es genug Trubel
in letzter Zeit um die Band herum, der Ausstieg von Jason Newsted
und James Hetfields Reha-Aufenthalt. Mit neuem Bassisten Robert
Trujillo (früher bei den Suicidal Tendencies; hat das neue
Album allerdings noch nicht mit eingespielt) und fünf Tage
früher als geplant (vermutlich weil schon viele Songs im Netz
kursierten) geht es zurück in den Kampf um die Krone der erfolgreichsten
Rockband der Neuzeit. Das klassische Mainstream-Publikum werden
sie mit „St. Anger“ aber nicht erreichen, dazu fehlen
die Popstrukturen wie sie bei „Re-Load“ noch in den
Songs vorhanden waren. Die neuen Songs klingen eher verspielt und
verschachtelt, Gitarren- und Drum-Attacken werden abgefeuert, der
Sound bläst einem knochentrocken und blechern in die Ohren.
Mit Zurücklehnen ist hier nichts und auch einen Ohrwurm wird
man so schnell nicht finden. Die 11 Songs sind in jeder Hinsicht
harte Kost. Dazu kommt, dass der Gesang recht sparsam eingesetzt
ist, längere instrumentale Passagen sind keine Seltenheit.
Und was bleibt da als Fazit? „St. Anger“ ist ein faszinierendes
und hartes Album, das durch seinen fetten Sound und die druckvollen
Arrangements glänzt, aber wirklich vom Hocker reißt einen
das alles nicht, ähnliches kennt man schon und bei dieser Band
handelt es sich schließlich um Metallica. Wertung 7/10.