Mit jedem seiner bisherigen vier Studioalben hat
Mr. Manson neue Trends geschaffen, wie wird das bei „The Golden
Age Of Grotesque“ aussehen? Klar ist nicht nur dass Twiggy
Ramirez seine Band verlassen hat, sondern auch dass Manson es nicht
mehr mit dem Glamour hat. Die Richtung lässt sich jedoch diesmal
weitaus schwieriger bestimmten, zumindest in rein musikalischer
Hinsicht. Kontextuell geht es in die Groteske, ins goldene Berlin
der 30er Jahre, die Welt von Kabarett, Expressionismus und Kleinkunst.
Soundmäßig findet man dies jedoch nur im Intro wieder,
am ehesten zu vergleichen vielleicht noch mit dem aktuellen Stil
von Tom Waits, danach werden die Singles runtergerockt. „This
Is The New Shit“ (Matrix Reloaded Soundtrack), „Mobscene“
und „Tainted Love“ halten sich nicht mit grotesken Spielereien
auf sondern dringen eingängig ins Ohr. Marilyn Mansons setzt
auf sein bisher bewährtes Songwriting, auch wenn äußerlich
anders funktionieren die Songs nach dem gleichen, alten Schema,
höchstens etwas schmissiger und Melodie-lastiger als bisher.
Aus der Reihe fällt da wenig, nur der Titeltrack „The
Golden Age Of Grotesque“ erinnert eindringlich an das Thema.
Mit den 16 Songs beweist Manson, dass er weiß wie er seine
Fans an der Stange hält und gleichzeitig qualitativ hochwertiges
Songwriting abliefert, leider jedoch scheint der Erfolgsdruck mehr
Experimente unterdrückt zu haben, wer weiß ob dieses
Album sonst nicht etwas ganz Besonderes geschafft hätte? So
bleibt es bei modernem Bühnenrock der besseren Sorte. Wertung
8/10.