Der Titel des sechsten Albums der Jazzkantine hat schon etwas Wahres an sich, seit 20 Jahren halten sie sich schon, wobei Kritiker jetzt anmerken werden, dass ihre Musik alles andere als unbegrenzt haltbar ist. Und so bedient die Jazzkantine diese Kritiker auf den ersten Tracks auch brav, Amtsstuben Jazz und holpriger Sprechgesang der Frontmänner Capuccino und Tachiles, vermisst haben wir das nicht. Danach jedoch wird es interessant, „Schmetterling“ bietet eine elektronische Klangcollage und Gesang von Xavier Naidoo, „Prussian Girl“ und „Dans La Vague“ kommen mit Unterstützung von Pat Appleton und Pit Baumgartner von De-Phazz, von der Jazzkantine hört man da wenig. Weiter geht's mit einer ähnlich illustren Gästeliste, so swingt auf der Retro-Funk Nummer „Mr. Top Of The Pops“ Sam Leigh Brown, die in der letzten Zeit durch das Frank Pop Ensemble bekannt geworden ist. Ein Duett gibt es auch, auf das steigt Tachiles auf „Ali & Ahmet“ mit seinem Landsmann Bektas ein. Für Ragga Einflüsse sorgt außerdem Benjie und die Ischen Impossible bringen ein paar Mädel-Styles in das Album. Am Ende fragt man sich nur, wo die Jazzkantine geblieben ist? Für ein großes Comeback reicht das nicht. Wer ein bisschen Jazzkantine und ein bisschen dies & das will, ist hier aber gut bedient. Wertung 5/10.