Mein Vorfreude auf das dritte Album von Haste, der
Band aus Birmingham, Alabama, war groß. Und zumindest eins
konnte man direkt bemerken, das 6er-Gespann war nicht stehen geblieben,
sondern hatte sich weiterentwickelt. Der Opener „With All
the Pride & Dignity Of A Drowning Swimmer“ beginnt so,
wie man es erwartet, knochentrockene, ultraharte und sperrige Riffs,
sozusagen Melodic Hardcore. Aber schon beim Refrain wird man stutzig,
der wird auf einmal soft und die beiden Sänger Kelly Reaves
und Chris Mosley beginnen zu jaulen wie zwei Emo Wölfe. So
enttäuscht dann auch der zweite Songs, haben nicht schon genug
Bands in letzter Zeit mit dieser Softporno Musik angefangen? Zum
Glück darf ich aber schon bald wieder aufatmen, „The
Rescued“ trägt seinen Titel zurecht und liefert Haste
bekannte Hardcore Shoutings und perfekt arrangiertes Songwriting.
So geht es dann auch weiter, Emo Tracks folgen auf altbekannte Qualitäten
wie „A God Reclaims His Thorne“ oder „Revenge
Like Blood & Broken Teeth“. Das sorgt nicht für beständige
Up & Downs und gemischte Gefühle, sondern rüttelt
auch die Geschlossenheit des dritten Albums der Band gründlich
durcheinander. Keine Frage, Haste sind immer noch eine ausgezeichnete
Band, die neuen Seiten sind auch nicht schlecht und „The Mercury
Lift“ ist ein ordentliches Album, alte Fans werden aber eindeutig
enttäuscht sein. Wertung 6/10.