Da ist er, wieder oder immer noch. Untergetaucht
und zurück. Wirklich weg war er ja nie, und mittlerweile hat
kaum ein deutscher Rapper so viele Outputs wie er. Sein neues Album
ist auch sein bislang persönlichstes – und um es gleich
zu sagen, auch sein bestes. Ferris hatte schon immer sein eigenes
Profil, seinen eigenen Style und seine eigenen Texte. Auf dem neuen
Album wird das alles aber auf die Spitze getrieben, sozusagen in
die Perfektion. 14 Songs, kein schwacher, alles wie aus einem Guss,
es ist sein Album, sein Statement, seine „Audiobiographie“.
Noch nie hat Ferris so konsequent hat er mit allem abgerechnet,
noch nie hat er so viel von sich preisgegeben. Dabei hat er auch
noch nie so gut mit der Produktion und den Beats harmoniert, sie
verschmelzen sich mit seinem Rap und sind schon alleine hörenswert.
Es sind sicherlich keine kleinen Töne, die Ferris hier spukt,
und das ganz ohne Features. Hier ist er an der Reihe, und bei Texten
wie „Popstarz“, „Fick Dich“, „Einzelkämpfer“,
„Tag der Abrechnung“ oder „Gott & Teufel“
bleibt selbst das aggro Berlin blass. Zwar werden die Songs „Feieralarm“
und „König von Deutschland“ (hat nix mit EKO Fresh
zu tun) seine Kritiker auf den Plan rufen, aber denen hat er ja
eh seit jeher den Mittelfinger gezeigt. Die „Audiobiographie“
ist ohne Frage eine Überraschung, wie ein Fels in der Brandung
des schwächelnden HipHop Deutschlands. Hier kommt nichts ran.
Wertung 9/10.