Beim Grand Prix oder Deutschland sucht den Superstar
wäre Richard Warren, unser Echoboy, garantiert falsch am Platz,
obwohl er auch Pop-Musik macht. Dass Pop aber nicht gleich Pop ist
merkt man spätestens bei „Giraffe“. Sein viertes
Solo-Album beginnt auch nicht gerade einladend. Eine dumpfe Bassline
beherrscht „Automatic Eyes“, darüber sein eigenwilliger
Gesang, das scheint zwar tanzbar klingt jedoch unwahrscheinlich
sperrig. Danach wird das Album jedoch offener, wenn auch experimenteller
und elektronischer. Das großartige „Don’t Destroy
Me“ wird jeder sofort ins Herz schließen. Aber auch
wenn Richard Warrens neues Werk, das mit Producer Flood (Depeche
Mode, U2) entstand, sein bisher breitestes Publikum ansprechen könnte,
ein Konsumalbum ist es dennoch nicht. Zu verspielt, tief, verschachtelt,
undurchsichtig, diese Liste könnte man lange fortsetzen, genauso
wie ich mich noch lange mit sehr viel Freude mit den 13 „Giraffe“
Songs beschäftigen werde. Wertung 8/10.