In ihrer Heimat, den Niederlanden, haben sich Dreadlock Pussy schon einen Namen gemacht. Wo auch anders würde sich eine Band so benennen. Nach ihrem Debüt „Sharp Instead“ schafften sie es auf Festivals wie das Pinkpop oder Ozzfest, und auf Konzerte mit Disturbed oder Rammstein. Das neue Album „Tsumi“ (Sünde) erinnert irgendwie an die deutschen Kollegen von den Emil Bulls. Ein Hauch Elektronik trifft auf Emotionalität und Melodien. Ach so, New Metal soll das natürlich sein. Aber Dreadlock Pussy zeigen auch gerne Mal brachialere Seiten und bauen Raps in ihre Songs ein. Grandios ist so der erste Song „Ever Decreasing Circles“, der nahtlos durch Härten und Tiefen switched. Das Sextett zeigt so viele Anleihen bei anderen Bands, dass man sie nicht wirklich zuordnen kann. Aber gerade das macht die Eigenständigkeit der Niederländer aus. Dreadlock Pussy geben dem New Metal den Kick zurück, den er in letzter Zeit so dringend gebraucht hat. Wären sie Amis, ständen sie jetzt auf den Brettern, die die Welt bedeuten. „Tsumi“ kann durchgängig gefallen, alle 12 Songs fließen ineinander über. Dazu kommt der gute, warme Sound. Klingt perfekt, ist aber nicht überproduziert. Schon jetzt kann man sagen, dass dieses Album eine der spannendsten New Metal Veröffentlichung in 2004 sein wird. Wertung 9/10.