Kein anderer deutschsprachiger Rapper hat in den
letzten Jahren die Entwicklung so sehr beeinflusst wie Curse. Innerhalb
von vier Jahren hat auch er eine unglaubliche Entwicklung vollzogen,
von seinem ersten Major-Release „99’ Essenz EP“
über das Debütalbum „Feuerwasser“ und das
Nachfolge-Werk „Von Innen nach Aussen“, es scheint als
wäre kaum Zeit vergangen. Dabei hat Curse mit seinem neuen
Album seinen bisher größten Schritt gemacht, er hat endgültig
seinen eigenen Stil und Weg gefunden. Schon der Klang des neuen
Materials ist anders, es klingt live und ist live, programmierte
Beats stehen nicht mehr im Vordergrund. Und das macht einiges aus,
es wirkt sich auf die gesamte Grundstimmung aus, die trotz auch
einiger kritischer Themen stets warm und freundlich ist. Das verrät
auch schon der Titel des Opener „Alles Wird Besser“,
die Leitlinie für Curse neues Album ist gesetzt. Textlich ist
dem Mindener ein Meisterwerk gelungen, er vereint nur nicht eine
Vielzahl verschiedener Themen auf den 16 Tracks, er schafft es auch
gleichzeitig sozialkritisch zu sprechen ohne so zu sein, politisch
zu sprechen ohne politisch zu sein, aus allem kehrt er das Positive
und greift damit nicht nur auf „Widerstand“ mit Gentleman
die Mentalität der Rastafari Kultur auf. Text und Musik ergeben
zum ersten Mal eine Einheit, eine Symbiose, auf seinem letzten Album
war das noch nicht so. Man konnte auch nicht erwarten, dass die
Verbindung von Beats, die diesmal von Busy, Sieben, Ill Will, Iman
und den Kroaten Koolade, Dash & Dooks kommen, und Live-Instrumenten
so gut funktioniert. Um es zusammenzufassen, „Innere Sicherheit“
bietet alles was man von einem Album erwarten kann. Ob die Fortsetzung
der 10 Rap-Gesetze „Rap Gesetze 11-20“, das intime „Ich
Versteh Dich“, das rockige „Schocktherapie“ mit
Braz von 4Lyn oder die „Goldene Zeiten“ mit Max von
Freundeskreis, die Vielfalt bildet eine Einheit. Ob man das noch
steigern kann ist fraglich. Wertung 10/10.