Mit seinem zweiten Solo-Album ist Azad zwar kein Überraschungserfolg
wie bei "Leben" gelungen, er knüpft jedoch zielgenau
am Vorgänger an. Mehr Vielfalt und mehr Abwechslung sind die
größten Veränderungen, Azad präsentiert eine
größere Bandbreite von sich und produziert auch noch
mehr selbst. Neben ihm durften die beiden Newcomer Sezai und Bülo
(FdA-Productions) an die Regler, die ebenfalls überzeugende
Arbeit ablieferten. Die Beats sind wie man sie von Azad kennt, düster,
knackig und trocken. Der Einstieg ins Album war jedoch alles andere
als vollkommen, die Single-Auskopplung "A" enttäuschte
auf ganzer Linie. Jedoch schaffte es Azad den Spieß auf dem
Album umzudrehen, "#1" featuring Kool Savas, "Bang"
mit J-Luv, "Schmerz/Überleben" oder das berührende
"Drama" sind wahre Highlights. Etwas merkwürdig mutet
nur "MC U Reen" an, der erneute MC Rene Diss, der aber
in seiner Aussage nichts Halbes und nichts Ganzes liefert, das hätte
man getrost auch weglassen können. Trotzdem beweist das Album
mit seinen 15 Tracks eindrucksvoll warum Azad in Deutschland zu
den besten Rappern zählt, auch wenn ihm kein Meilenstein geglückt
ist. Wertung 8/10.