Fast wären sie schon in Vergessenheit geraten,
unsere Crossover & Bigbeat Helden der 90er. Bei ihrem größten
Hit „Ain’t Talkin’ Bout Dub“ dürfte
noch bei jedem das Blut in Wallung geraten. Seit vielen Jahren hat
man aber nichts mehr von dem Liverpooler Brüderpaar Ho-ward
und Trevor Gray sowie ihrem Kameraden Noko gehört, abgesehen
von zwei Soundtrack-Beteiligungen (darunter „Charlie’s
Angels“ 2000). Jetzt sind sie gleich mit einem Doppel-Album
zurück, wobei zurück vielleicht nicht ganz der richtige
Ausdruck ist. Apollo 440 haben sich geändert, fast grundlegend.
Auf „Dude Descending A Staircase“ gibt es keine elektrisierenden
Breakbeats mehr, dagegen arbeitet die Band mit warmen Synthies und
lässt alles relaxt in Soundtrack-Manier angehen. Zwar darf
noch abgezappelt werden, dann aber in reinem Dancefloor-Sound wie
auf „Disco Sucks“. Alles was aus der Vergangenheit geblieben
ist sind die eingängigen Samples. Während aber die CD
1 mit ihren neun Titeln noch halbwegs rockt, geht die zweite CD
des Londoner Produktionskollektivs The Stealth Sonic Orchestra eindeutig
in die ruhige Richtung. Handwerklich ist das Ganze nicht schlecht
gemacht, aber auch nicht wirklich spannend und packend. Wertung
6/10.