Es ist im späten Winter 2000 als ich bei Downstairs nach neuen Tapes guckte. Was steht in der Vitrine? Hmm: „Die Lätzten-(R)evolution“ und Mc Basstard – Rap Dämon. Wie heißt das Label? Bassboxxx? Ich erinnerte mich vor einem halben Jahr mal ne Kassette im Auto eines Freundes gehört zu haben wo ein Typ nur über Nutten Geld und seine Atzen rappt. Daher kam mir der Name bekannt vor. Also: Die Tapes gekauft, reingehört, erst mal so zuhause nebenbei. (R)Evolution von Mach und Akte, doch irgendwie merkte ich nach einem Track... neee bei dem Album musst du aufpassen, irgendwie haben die was zu erzählen. Und zwar direkt aus dem Leben, ohne Kompromisse, ungeschönt und kritisch. Es ist bis heute mein deutsches Lieblingsalbum. Nun 3 Jahre später ist Akte’s Solo Album draußen, nach ewigen Verschiebungen, labelinternen Problemen mit der Exekutive und dem Presswerk, war es endlich soweit. „Overkill“ liegt vor mir. Diesmal auf CD in guter Qualität und gemastert. Die Ansprüche sind hoch und sie werden erfüllt. Nach einmaligem Anhören wird klar, hier verarbeitet der Mann alles was ihn die letzten Jahre beschäftigt hat. Das Intro ist der erste Beweis dafür: Electromässig, schnell gerappt macht AkteOne klar „Wahnsinniger als je zuvor“. Im zweiten Track „Krieger“ geht es um das Leben eines Writers und die Konsequenzen, und was es heißt einer zu sein. Ums Malen drehen sich noch „Anschlag“, „Kriegsbericht“ und „Untertage“, wo es ebenfalls um gesammelte Erfahrungen im Trainbusiness geht. Ein weiteres Highlight auf der CD ist auf jeden Fall „Muss da durch“ wo es vor allem um die Probleme mit seinem Album und Macht geht. Lässt sich schwer beschreiben - selber hören. Der Track das andere Geschlecht betreffend ist simpel mit „Bitch“ tituliert. Immerhin gibt Akte zu, dass sie ihn noch beschäftigt und dass es kein simpler „Fick die Ex“ Track ist. „Deutschrap“ ist mein persönliches Highlight auf dem Album - ein kritischer Text, der sich mit der Amerikanisierung der Gesellschaft und der daraus resultierenden Abhängigkeit zu Amerika auseinandersetzt. Zwei eher partymäßige Tracks „Tempolimit“ und „Heizzen“ kommen ebenfalls wie das Intro auf Electro Bass Beats. Doch ganz ehrlich fiel mir besonders bei „Heizzen“ der Track „Cruisen“ von den Massiven Tönen ins Gedächtnis und bei „Tempolimit“ „Limit“ von Deichkind. Ich würde es einfach die „Berlin Version“ von beiden Liedern nennen. Da der Reviewer sich aber tot schreiben würde, wenn er jeden der 24 Tracks einzeln behandeln und auseinandernehmen würde, und er säße morgen noch hier und käme sich wie im Deutsch Leistungskurs, Thema: Gedichtinterpretation vor. Als Fazit lässt sich nur sagen: Definitiv ein würdiger Nachfolger und eines der besten Bassboxxx Alben bisher. Erfrischend und ungewohnt im Gegensatz zum eh schon tot gesagten „Deutschrap“. Den einzigen Kritikpunkt konnte ich bei der CD bei den Beats finden, die mich leider zur Hälfte das alte, dreckige Untergrund Ding vermissen lassen. Wertung 9/10.