Auch mit seinem neuen Album Eisenherz wird Joachim
Witt wieder die Nation spalten, aber man muss ihm auf jeden Fall
lassen, dass er es gut macht. Mit Die Flut kam der NDW-Überlebende
in den 90ern überraschend zurück. Nun folgt der zweite
Streich, der insgesamt vielleicht nicht mehr ganz so kontrovers
ist, dafür offener und poppiger. Deutsche Kultur, Ästhetik,
Romantik und Pathos werden hier vereint, und man muss zugeben, dass
das keiner besser macht. Mit Hymnen wie Wie Oft Muss Ich Noch
Sterben? oder Fliegen dürfte Witt dabei auch
die breite Masse ansprechen. Seine Zielgruppe erreicht er ja eh,
was die Verkaufszahlen in der Vergangenheit gezeigt haben. Im Vergleich
zum Vorgänger Bayreuth 1 präsentiert sich
das neue Album wesentlich kompakter, positiver, vielleicht auch
überlegter. Eisenherz ist ein schönes Album,
musikalisch überzeugend arrangiert, inhaltlich von brav bis
gewagt. Wer sich an dieser Musik stört sollte sich fragen,
warum es sie gibt und warum die Zielgruppe da ist. Ohne Wertung.