Vor Will Smith als Schauspieler habe ich großen Respekt,
als Rapper machte er sich jedoch zur Lachnummer. Und was anderes
habe ich von seinem neuen Album Born To Reign auch nicht
erwartet. Gerade deshalb wurde ich überrascht, auch wenn es
auf seinem dritten Soloalbum keine 180-Grad-Drehung gibt. Jedoch
stimmt direkt der Opener Born To Reign neue Töne
an, Will Smith präsentiert sich wesentlich aggressiver und
tighter. Danach wird es zwar wieder poppiger, aber auch Act
Like You Know kann mit seiner knackigen Produktion überzeugen,
die mit Samples aus dem Kraftwerk-Klassiker Trans-Europe Express
gespickt ist. Und auch beim nächsten Stück I Cant'
Stop wurde wieder gesampelt, diesmal aus dem Song A
Tu Vera von Flamenco-Gitarrist Manitas De Plata. Das klingt
dann ganz frisch, aber auch recht berechnet - Latino verkauft sich
gut. Born To Reign ist ein gutes Beispiel dafür,
dass man nicht einfach alles samplen kann. Denn ansonsten fehlt
es dem Album meist an Substanz, die Produktionen klingen überwiegend
mittelmäßig und die neue Linie wurde nur halbherzig verfolgt.
Man will wohl keine Käufer verschrecken und deshalb finden
genug sich Will Smith Feger in bekannter Manier unter den 14 Tracks.
Allen voran Black Suits Comin, die Single zu Men In
Black 2. Insgesamt ist Born To Reign aber besser als
erwartet, dazu trugen jedoch nur einige Songs wie Willow Is
A Player oder der Party-Anheizer I Gotta Go Home
bei. Irgendwie bleibt doch alles beim Alten. Wertung 5/10.