Underdog Cru Zu Viel Des Guten
Punchline / SPV VÖ: 25.03.2002
Lange hat sich die Underdog Cru Zeit gelassen mit ihrem zweiten
Album. Im Grunde ist es ihr erstes Album, das groß rauskommt,
Maximum verteilte sich 1998 eher über Underground-Schienen.
Zu Viel Des Guten vom Trio aus Hamburg bietet gleich
20 Tracks und damit eine ziemlich bunte Mischung an Styles. So sind
auch einige Party-Songs vorhanden, sei es die Single Boombastisch
(vor allem stark wegen seinen Samples oder Weichspüler
mit Nordisch-Vibe. Dazu gehört auch Bacardi Cola,
bei dem man nicht nur deutlich hört, dass das Album von Busy
gemastert wurde, sondern das auch sehr an Leavin' Las Vegas
von Curse erinnert. Das ist leider nicht der einzige Aussetzer auf
der Platte, zwischendrin findet sich immer wieder der ein oder andere
Track, der in Sachen Beats oder Texte abfällt, Unendliche
Geschichten, dessen eigentlich guter Ansatz komplett misslungen
umgesetzt wurde, ist ein weiteres Beispiel. Insgesamt überzeugt
das Album mit seinem Underground Charme jedoch. Seien es dicke Instrumental
Nummern (Mickmiggedi) oder Tracks mit deepen Texten
(Im wahrsten Sinne des Wortes). Die Stärke der
Songs liegen vor allem in der dichten Atmosphäre und Geschlossenheit,
die Beats sind meist packend aber nicht revolutionär. Die Features,
die Mas Massive,Homez und DJ Joaf unterstützen, sind allesamt
sorgfältig gewählt. DJ Lord Wax und Marteira runden Wer
nicht wagt der nicht gewinnt ab und Homie Pyranja flasht auf
Gegen den Rest der Strategen. Zu Viel Des Guten
ist ein abwechslungsreiches und vielseitiges Album geworden. So
wird zwar viel deutscher (Text und Beat) Standard geboten und nicht
alles überzeugt, daneben sind aber auch viele Highlights dabei.
Das Album gibt es auch als 2-CD Special-Edition, wo die 6 Track
EP V.I.P. dabei ist. Wertung 7/10.