Im Gegensatz zum gleichzeitig veröffentlichten Alice
basiert Blood Money auf Georg Büchners Woyzek,
das von Robert Wilson 2000 in Kopenhagen aufgeführt wurde.
Entsprechend präsentiert sich das Album noch verschlossener,
dunkler und dichter, aber auch leichter zugänglich. Die Musik
spricht direkt an, gleiches gilt auch für die Texte. Auch hier
hat Tom Wait die Texte zusammen mit Ehefrau Kathleen Brennan geschrieben
und die fast selben Musiker sorgten für die Instrumentierung.
Stampfend und mit einfachen Arrangements wurde gearbeitet, die Wirkung
ist jedoch die gleiche wie bei Alice. Auch hier gilt,
dass vieles bekannt vorkommt und dennoch entfremdend ist. Allerdings
liegt Blood Money weiter von der Woyzek Vorlage entfernt,
auch wenn es ähnliche desillusionistische Kräfte freisetzt.
Das Album lässt sich getrost auch als Album genießen,
während Alice direkt an ein Theaterstück erinnert.
Welches Album Favorit ist, bleibt (fast) eine Geschmacksfrage, Alice
ist interessanter gestaltet, Blood Money direkter und
kompakter. Die alten Klassiker (vor allem Mule Variations)
von Waits mögen genialer sein, aber die neuen Alben sind etwas
ganz besonderes. Wertung 8/10.