Tefla & Jaleel
– Direkt neben dir
Phlatline / Eastwest VÖ: 14.10.2002
Von den Zonis zum harten Rap Business. Gemeinsamkeiten
zwischen dem Debüt „Interview“ der beiden Chemnitzer
und ihrem zweiten Album gibt es kaum. Und das sieht man auch schon
beim ersten Blick, die Tracklist offenbart Features mit Royce da
5’9, Tragedy Khadafi, Samir, ZM Jay und Dendemann. Den Blick
in Richtung Staaten findet man auch in der Produktion wieder, die
Beats tendieren in Richtung Ami Style, flippig, knackig und flashig
klingt das. Umgesetzt wurde das aber nicht – wie beim Debüt
– mit Hilfe zahlreicher Producer, sondern nur durch Leute
aus dem eigenen Phlatline Kreis, neben Tefla und Jaleel selber waren
das Shusta und DJ Ron. Auch textlich wird die neue Linie praktiziert,
nette Worte sparen sich die Beiden, jetzt wird gerne gebattlet.
Und natürlich viel gebounct, Party-Tracks gibt es genug, nicht
nur „Bounce mit uns“ und „Auf’m Floor“.
Tefla & Jaleel sind jetzt Dancefloor tauglich. Trotzdem, ganz
haben die Chemnitzer den Stories und dem Tiefgang nicht den Rücken
gekehrt. „Wir hätten noch soviel machen können“
und „Pardon“ beweisen das. Im Vergleich zum eher schwachen
„Interview“ ist „Direkt neben dir“ ein gewaltiger
Schritt nach vorne. Unter den 15 Tracks finden sich keine Lückenfüller
und die Produktion ist insgesamt ein verdammter Burner, mit der
Tefla & Jaleel in Deutschland ganz oben stehen. Nur wer die
Zonis haben will, wird hier enttäuscht. Wertung 9/10.