Systemhysterie Wir fordern die Macht
Clubkraft Records / Alive VÖ: 25.02.2002
Auf ihrem zweiten Album melden sich Systemhysterie krachender und
lauter zurück, trotzdem bleibt Sänger Tim Hespen seiner
lyrischen Ader treu. Damit ist die Band auf dem Weg der Besserung,
sicheres Gewässer ist aber noch nicht erreicht. Musikalisch
kommen nur wenige Songs über den Durchschnitt, meistens werden
nur bieder und berechenbar die Gitarren geschwungen. Der eigentliche
Streitpunkt - die Texte gerät dadurch nur wenig in den
Hintergrund. Neuerdings scheint sich die Band auch eine politische
Farbe geben zu wollen, und wettert nebenbei gegen die Musikindustrie.
Liebe und Leidenschaft sind immer noch die großen Themen vom
wehleidigen Tim Hespen, stets bemüht um lyrischen Anspruch,
aber nicht wirklich überzeugend, und so wirkt das Ergebnis
unfreiwillig tragisch. Am Ende bleibt die Kluft zwischen Realität
und Systemhysterie und Wir fordern die Macht ist überwiegend
hoffnungslos verloren. Wer sich in dieser Welt ebenso vorkommt mag
hier seine Traumplatte gefunden haben. Wertung 5/10.