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Sugababes - Angels With Dirty Faces
Universal Island VÖ: 16.09.2002

Mit "Overload" schafften sie es nach oben, das folgende Album "One Touch" überzeugte zwar musikalisch, verkaufte sich aber nicht wie gewünscht. Als dann auch noch Siobhan Donaghy im Sommer 2001 das Trio verließ, stand es schlecht um die innovativste Girl-Group seit den All Saints. So wird es wohl auch immer ein Geheimnis bleiben, inwieweit die Mädels selber für die Musik der Sugababes stehen. Offiziell heißt es, Siobhan hätte die Band aus musikalischen Differenzen verlassen, sie hätte sich mehr in Richtung Indie-Rock bewegt. Was wir durch ihren Weggang verpasst haben, wüssten wir wirklich gerne, aber immerhin rafften sich Keisha Buchanan und Mutya Buena nochmals auf, fanden ein neues Label und in Heidi Range eine neue Sängerin. Unter Hochdruck wurde dann weitergearbeitet, schließlich musste die neue Single "Freak Like Me" erscheinen, solange der Name Sugababes noch bei den Hörern präsent war. Die Frage ist natürlich, ob unter solch schwierigen Bedingungen ein gutes Ergebnis entstehen kann. Zwei Sachen vorweg, ein zweites "Overload" findet man auf "Angels With Dirty Faces" nicht, aber ihre Individualität haben die Sugababes nicht verloren. Weg geht es jedoch auf den 11 neuen Songs vom UK-Underground-Garage geprägten Sound der ersten Platte. Dagegen bedient man sich frei bei Elementen aus allen möglichen Stilrichtungen, insgesamt heißt das Rezept mehr Glamour, mehr 80's Retro und mehr R'n'B. So ist auch die erste Single "Freak Like Me" in Zusammenarbeit mit Gary Numan entstanden und stellt eine Neubearbeitung von dessen Hit "Are Friends Electric?". Auf diese Schiene wird - leider? - auch im weiteren Verlauf gesetzt, Reproduktion statt Produktion. Damit liegen die Sugababes im Trend und sicher auf der Erfolgsschiene, aber das ist nicht das was sie bekannt gemacht hat. So wird man leider den Eindruck nicht los, dass es bestimmte Vorgaben von der Plattenfirma gab. Und gerade auch bei den zahlreichen R'n'B Nummern wirken die Mädels eher blass, können nicht wirklich Profil zeigen. Dennoch, schlecht ist das Album auf keinen Fall. Insgesamt gesehen ist es sogar besser als der Vorgänger, weil reifer und ausgewogener. Die Mischung zwischen den verschiedenen Styles stimmt, Abwechslung ist genug vorhanden. So hört man sich das Album auch tatsächlich bis zum Ende an, das gibt es selten bei einem Pop-Album. Die Produktion ist wie erwartet exzellent, knackig und frisch. Der bittere Nachgeschmack am Ende ist jedoch nicht wegzuwischen, es ist schlicht und einfach kein "Overload" mehr. Overstyled Schulmädchen wird das eh nicht auffallen, und die sind doch die Zielgruppe? Wertung 7/10.

Autor:
Tatjana Halstenberg

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