Es gibt nur wenige Alben bei denen der Titel fast alles beschreibt,
Soulmelodics von Star Eye ist so eins. Das Album ist
in jeder Hinsicht ein untypisches deutsches HipHop Release. Den
Kern bilden MC Akanni, der von seinen zahlreichen Perfomances in
Deutschland und Mellowbag bekannt sein dürfte, und Dr. Chris,
ja der DJ von Creme de la Creme. Bei dieser Kombination erwartet
man einiges, aber nicht, dass die beiden eine ganze Band um sich
scharen und Sample-freien HipHop machen. Gleich 21 Stücke haben
Star Eye auf Platte gebannt, ein leicht experimenteller Ausflug
durch Oldschool Gebiete. Soulmelodics hat einen großen
Bonus durch seine Einzigartigkeit, und wer smoothen HipHop mit Soul
mag kommt hier eigentlich nicht vorbei. Eigentlich, weil das Album
auch die begrenzten Möglichkeiten einer komplett mit Liveband
eingespielten Produktion zeigt. Im Sound zeigen sich wenig Variationen,
was einerseits dem Album einen einheitlichen Schliff verpasst, andererseits
bei 21 Songs nicht unbedingt für den Spannungsaufbau sorgt.
Dazu muss man auch anmerken, dass alle Songs nach einem relativ
ähnlichen Schema aufgebaut sind, was auch eigentlich kein Problem
wäre, wäre die Produktion nicht ein bisschen schwammig.
Der Sound klingt auf jeden Fall live, was ich mir aber nicht unbedingt
für mein Wohnzimmer wünsche. Davon abgesehen ist Soulmelodics
aber ein Ausnahmealbum das in keiner gut sortierten Sammlung fehlen
sollte. Features kommen von Cecile (Mellowbag) und Curse (meiner
Meinung nach etwas unpassend mit seinem deutschsprachigen Beitrag).
Wertung 7/10.