Bruce Brewster aka Rayvon trat 1992 erstmals in Erscheinung, damals
traf er Shaggy im Studio und die Beiden nahmen zusammen "Big
Up" auf. Dies sollte nicht die letzte Zusammenarbeit bleiben,
Shaggy und Rayvon waren immer wieder ein Team, zuletzt auf Shaggys
Single "Angel". Aber auch eigene Sachen machte der New
Yorker Rap/Dancehall MC, 1997 erschien sein Debüt-Album "Hear
My Cry". Fünf Jahre später folgt nun sein zweiter
Streich, der von Robert Livingston und Shaggy produziert wurde,
auf einem neuen Label. Mag die Aufmachung des Albums auch nach Kitsch
riechen, so bieten die 14 Songs doch einen überzeugenden Ausflug
durch Dancehall, Soul und R'n'B. Die Clubtauglichkeit steht zwar
ohne Frage im Vordergrund, aber Rayvon bietet doch mehr als der
R'n'B-Einheitsbrei. Die Verwandtschaft zu Shaggy fällt aber
leider oft auf und man kann sich sicherlich darüber streiten.
Auch darüber streiten kann man, ob "My Bad" nicht
zu glatt geworden ist, denn Ecken oder Kanten findet man nicht.
Wer ein bisschen Dancehall und ein bisschen R'n'B für den Club
will, ist aber gut aufgehoben, und ein paar Songs haben mich wirklich
gefesselt. Wertung 6/10.