Pyogenesis She Makes Me Wish I Had A Gun
Hamburg Records VÖ: 03.06.2002
Die EP I Feel Sexy Everyday schürte die Vorfreude
auf das neue Pyogenesis Album, wäre es doch bloß dabei
geblieben. Denn im Gegensatz zu dieser und den alten Alben ist She
Makes Me Wish I Had A Gun eine Enttäuschung. Los geht's
in gewohnter Manier der Hamburger, I Don't Know kommt
mit großartigen Melodien und setzt sich so schnell im Ohr
fest. Das Quartett bedient sich jedoch kräftiger an den Gitarren
und so klingt der Song fast wie eine Punkrock Hymne. Was hier noch
funktioniert rutscht beim nächsten Track Don't You Say
Maybe aber ins Negative ab. Auf der einen Seite die knüppelharte
Herangehensweise, auf der anderen Seite das Bemühen um Gefühle
und Tiefgang, das Ergebnis wirkt unfreiwillig komisch. So geht es
dann auf Album mit nur einer guten halben Stunde Spielzeit munter
weiter, halb rockend und fesselnd, halb verkrampft und mit dem Charme
einer Provinzband. Vielleicht würde man das nicht überbewerten,
hätte man in der Vergangenheit nicht so großartige Sachen
von Pyogenesis gehört. Fast könnte man schon denken, es
handele sich hier um eine Hardcore Band die Emo sein will oder um
Emo Band die Hardcore sein will, wobei Pyogenesis mit beidem nichts
am Hut hat. Dennoch, das neue Album hat auch seine Höhepunkte
und guten Songs, insgesamt fehlt aber eine klare Linie. Mir reicht
die EP. Wertung 6/10.