Zum ersten Mal in ihrer noch relativ jungen Karriere steht Paula
wirklich oben, ist sie doch auch mitverantwortlich dafür, dass
der Berliner Electro-Pop seinen momentanen Hype erlebt. So setzt
sich auch ein Song des dritten Albums mit diesem Thema auseinander,
"Die Stadt" ist aber nicht die erwartete Huldigung an
Berlin, und auch der Albumtitel "Warum Berlin" beinhaltet
zumindest ein Fragezeichen. Und auch sonst fährt Paula aka
Elke Brauweiler einen eher zweischneidigen, zynischen Weg, der Song
"Ich denke nicht oft an dich" ist nicht das einzige Beispiel.
Zusammen mit ihrem Kollegen Berend Intelmann hat sie es aber geschafft,
die Inhalte nicht zu gewichtig wirken zu lassen, und so kann sich
die Magie des Berlin Pop und "fast schon Schlagers" in
Perfektion entfalten. Dabei stört es auch nicht, dass die musikalische
Seite der zehn Songs meist unspektakulär ist, Hauptsache ist
hier, die Melodien ziehen. Und das tun sie auch und bilden einen
wunderschönen Gegenkontrast zu den oft melancholischen Texten.
Das ist klischeefreie, moderne Pop-Musik. Wertung 8/10.