Die goldenen Zeiten sind vorbei. Die Zeiten, wo Oasis mehr als
eine Band und größer als England waren, wird es nie wieder
geben. Ein zweites What's The Story Morning Glory ist
in unerreichbare Ferne gerückt. Umso überraschender ist
es, was Oasis auf ihrem fünften Studioalbum bieten, und ich
schreibe extra Oasis und nicht Noel & Liam Gallagher, denn niemals
zuvor war das Zusammenspiel innerhalb der Band so gut. Auf Heathen
Chemistry rockt die Band einfach wie nie zuvor, als ob es
nichts anderes gäbe. Gleich zu Beginn wird man von zwei Rock'n'Roll
Brechern überrollt, der Single The Hindutimes und
Force Of Nature. Allerdings haben Oasis auch wieder
wunderschöne Balladen geschrieben, Stop Crying Your Heart
Out erinnert an alte Zeiten, und auch Songbird
oder das instrumentale A Quick Peep zeigen die Band
von der verspielten Seite. In diesem Album steckt jede Menge Energie,
der Rock dominiert über die Melodien, auch wenn das nicht bei
jedem Song so der Fall ist. Mehr wird hier Vielfalt geboten, Altes
mit Neuem verbunden, man bekommt quasi die Essenz von Oasis vorgesetzt
ohne überhebliche Aufmachung. Heathen Chemistry
ist ein kompromissloses Werk, musikalisch konsequent und gar nicht
Oasis typisch. Vor allem aber wird hier deutlich, dass die Band
eine Zukunft hat. Wertung 7/10.