Microphone Mafia Infernalia
Al Dente Recordz / Pirate Records / Sony Music
VÖ: 11.03.2002
Die Kölner Microphone Mafia meldet sich mit ihrem dritten
Album zurück, diesmal allerdings auch nur noch zu dritt, Dennis
Dio Morell nahm aus beruflichen Gründen den Abschied.
Nichtsdestotrotz steigerten Rapper Signore Rossi und Little Asia,
sowie DJ Ra die Energie auf Infernalia und zeigen, dass
sie deutlich gereift sind. Sprachlich greifen sie wieder vermehrt
auf Italienisch und Türkisch zurück und sprechen
damit eine deutliche Sprache. Das 17 Track Album ist kein Werk der
leisen Töne, es spart nicht an Gesellschaftskritik und an Kommentaren
zu den Verhältnissen in Deutschland. Den langen Weg im Rap
Buisness merkt man der Microphone Mafia an, die vielen Erfolge und
Niederlagen die man zu durchschreiten hatte, kaum eine andere deutsche
Rap-Band kann einen solchen Weg vorweisen. Neben den schweren Themen
finden sich auf Infernalia aber auch bekannte Party-
und Battletracks. Alleine hier zeigen sich die Probleme des Albums,
musikalisch bietet die Mafia wenig Innovatives und schafft es nicht
über den Durchschnitt zu kommen. Dagegen halten können
nur Samples aus der Heimat und der herausragende Dancehall
Track Combato Mondiale mit dem Pow Pow Movement. Der
Schwerpunkt des Albums ist aber die Aussage und so fällt dies
weniger ins Gewicht. Inhaltlich ist Infernalia nicht
nur verdammt ehrlich, es ist eines der wichtigsten Rap-Alben dieser
Jahre und setzt einen entscheidenen Kontrast zu den vielen Releases
ohne Aussage die unseren Plattenmarkt überströmen. Als
Gäste waren u.a. die Homies Tatwaffe, Ventura, Chicken George,
4Mille und Profilistix. Wertung 7/10.